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Trendence-Studie: Was Beschäftigte nach zwei Jahren Pandemie wollen

Foto: Vlada Karpovich/pexels.com

Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten

Am 20. März 2022 endete die Homeoffice-Pflicht in Deutschland. Das heißt, Unternehmen und Institutionen können verlangen, die Arbeit vom heimischen Schreibtisch wieder ins Büro zu verlagern. Alles zurück auf Anfang also? Jein, sagt die Studie „New Work Reloaded“ des Trendence Instituts. Das Marktforschungsinstitut hat für diese 5.400 Beschäftigte befragt und zieht damit Bilanz, wie sich die Arbeitswelt nach gut zwei Jahren Pandemie verändert hat.

Homeoffice soll Standard-Option werden

Die Mehrheit, nämlich 58,0 Prozent der Menschen, zieht es demnach zurück zu ihrem Arbeitsplatz im Büro. Für starre Regeln ist man allerdings nicht mehr bereit: 48,3 Prozent erhoffen sich mehr Freiräume bei der Arbeitszeiteinteilung und die grundsätzliche Möglichkeit, bei Bedarf im Homeoffice arbeiten zu können. „Für ihren Arbeitsplatz der Zukunft wünschen sich Arbeitnehmende zukünftig ein hohes Maß an Pragmatismus. Sie wollen grundsätzlich verstärkt am Arbeitsort selbst arbeiten, aber eben auch ohne große Vorankündigung aus dem Homeoffice agieren können. Das ist der große Unterschied zur Zeit vor der Pandemie, als das Homeoffice noch die Ausnahme und nicht die Regel war“, so Robindro Ullah, Geschäftsführer des Trendence Instituts. Größter Treiber für die Rückkehr ins Büro sind die sozialen Kontakte am Arbeitsort. Zuhause fehlt den Befragten vor allem der persönliche Austausch mit Kolleg*innen (43,0 %) sowie die gemeinsame Arbeit im Team (41,7 %). Einigen (24,9 %) fällt es vor Ort im Unternehmen zudem leichter, fokussiert arbeiten zu können.  

Wunsch nach flexibler Zeiteinteilung

Die vergangenen 24 Monate haben auch einen neuen Blick auf das Thema Arbeitszeit gefördert. Laut der Studie von Trendence wünschen sich viele Menschen hier einen flexibleren Umgang. So entscheiden derzeit 42,6 Prozent über den zeitlichen Beginn ihrer Arbeit selbst. 39,3 Prozent bestimmen den Zeitpunkt ihres Feierabends und 36,2 Prozent teilen sich die Anzahl ihrer Wochenstunden vollkommen eigenständig ein. Vor allem Führungskräfte möchten diese neu gewonnene Flexibilität auch zukünftig weiter ausbauen. Fast die Hälfte von ihnen bekräftigen den Wunsch nach noch mehr Freiraum in der Arbeitszeitgestaltung. 

Zufrieden, aber trotzdem auf Jobsuche

Grundsätzlich scheinen die neuen Arbeitsbedingungen weder dem Image von Unternehmen noch der Zufriedenheit der Beschäftigten in einem großen Umfang geschadet zu haben. So zeigen sich 73,2 Prozent aller Befragten auch nach zwei Jahren Corona zufrieden mit ihrem aktuellen Arbeitgeber. Allerdings: Drei Viertel von ihnen spielen dennoch mit dem Gedanken, einen Jobwechsel zu vollziehen. Dabei sind 35,0 Prozent offen für die Ansprache von anderen Unternehmen. 13,2 Prozent schauen sich intensiv nach einem neuen beruflichen Umfeld um. Diese Wechselbereitschaft ist vor allem bei Menschen in technischen Berufen ausgeprägt. Hier hegen nur 14,0 Prozent keine Wechselabsichten. 

Mehr als zwei Drittel nennen mehr Gehalt als Top-Motivationsgrund, einen neuen Arbeitgeber zu finden. Etwas mehr als ein Drittel sind dagegen auf der Suche nach einer besseren Work-Life-Balance. Immerhin 24,5 Prozent streben eine 4-Tage-Woche in einem neuen Unternehmen an. 

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