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Student Survey 2021: So stellen sich Studierende ihren Berufseinstieg vor

Foto: Rawpixel/depositphotos.com

Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Was wünschen sich Studierende für die Zeit nach Hochschule und Universität? Wie soll der Berufseinstieg idealerweise aussehen und was ist ihnen beim ersten Job besonders wichtig? Das wollten wir in unserer „Student Survey 2021“ wissen und haben dafür über 3.000 Studierende aus ganz Deutschland befragt.

Aufklärungsbedarf bei Traineeprogrammen

Ein prägnantes Ergebnis: Über die Hälfte (54 Prozent) will ohne „Umwege“ ins Berufsleben starten und favorisiert den Direkteinstieg. Rund jeder Dritte (31 Prozent) bevorzugt ein Praktikum, ein Viertel die Werkstudententätigkeit. Etwas abgeschlagen sind andere Formen des Berufseinstiegs: Nur 17 Prozent können sich die Teilnahme an einem Traineeprogramm vorstellen. Beim dualen Studium sind es sogar nur 14 Prozent. „Offensichtlich besteht hier unter den Studierenden noch Informationsbedarf hinsichtlich der Vorteile eines Berufseinstiegs als Trainee“, so Florian Diesing, Geschäftsführer der Agentur Advising Solutions und Leiter der Studie. „Unternehmen investieren viel in solche Einstiegsprogramme, die den frischen Absolvent*innen einen umfangreichen Einblick in verschiedene Unternehmensbereiche und Tätigkeiten bieten. Häufig sind sogar Auslandsaufenthalte vorgesehen, die schnell den Aufbau eines internationalen Netzwerks ermöglichen. Den Unternehmen rate ich daher, diese Vorzüge noch intensiver zu kommunizieren, damit sich der Aufwand lohnt.“

Bei der Frage, für welches Unternehmen oder welche Institution sie später gern einmal arbeiten möchten, zeigen sich die Studierenden offen in ihrer Entscheidung. So sind sich 71 Prozent noch unsicher, wo sie sich später bewerben wollen. Lediglich rund jeder Dritte (29 Prozent) hat dagegen bezüglich eines Wunscharbeitgeber schon klare Vorstellungen.

Gen Y und Z möchte kein „Jobhopping“

Unter den Aspekten, die einen Job besonders interessant machen, gibt es für Studierende einen klaren Sieger: das Gehalt. Für mehr als die Hälfte (53 Prozent) ist das Finanzielle bei einer Bewerbung beziehungsweise Jobzusage der ausschlaggebende Faktor. Dicht dahinter folgt das Versprechen einer guten Work-Life-Balance (49 Prozent), die Möglichkeit, in interessanten Aufgabenfeldern tätig zu sein (48 Prozent), sowie gute Aufstiegschancen (43 Prozent) und einen sicheren Arbeitsplatz zu haben (35 Prozent). Ein positives Image des Arbeitgebers – zum Beispiel durch ein Engagement für Nachhaltigkeit oder für die Gleichstellung der Geschlechter – ist im Gegensatz dazu nur rund jedem Vierten (23 Prozent) wichtig.

„Besonders überrascht hat uns die Einstellung der Studierenden zum Thema Karriereplanung“, sagt Florian Diesing. Fast 60 Prozent der Befragten gaben den Wunsch an, im Laufe des Berufslebens ihren Arbeitgeber möglichst selten zu wechseln und sich somit über einen langen Zeitraum an ein Unternehmen binden zu wollen. Nur rund jeder Dritte zeigt sich wechselfreudig und möchte möglichst viele Unternehmen kennenlernen. „Die Generationen Y und Z scheinen viel ‚bodenständiger‘ und weniger ‚sprunghaft‘ zu sein, als es ihr gern generalisiert zugeschrieben wird. Der Wunsch, sich an ein Unternehmen zu binden und an Ort und Stelle Karriere zu machen, ist groß. Sogar bei Studierenden aus den gefragten MINT-Studiengängen haben wir diese klare Ausprägung festgestellt. Die Chance, kluge Köpfe der gefragten Fächergruppen dauerhaft an sich zu binden, ist für Unternehmen also derzeit sehr groß. Wer von diesen aktuellen Gegebenheiten nachhaltig profitieren will muss jetzt aktiv auf seine Zielgruppe zugehen.“

Über den „Student Survey 2021“

Der „Student Survey 2021“ wurde zwischen Januar und Mitte April 2021 durchgeführt. An der Online-Befragung nahmen 3.014 Studierende aus ganz Deutschland teil. Die Mehrheit (44 Prozent) befand sich im ersten bis dritten Semester (4. bis 5. Semester 23 Prozent, 6. bis 8. Semester 22 Prozent, 9 oder mehr Semester 11 Prozent). Die meisten Studierenden waren in Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben (36 Prozent), gefolgt von Ingenieurwissenschaften (24 Prozent), Naturwissenschaften (16 Prozent) und Informatik (11 Prozent).

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