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Recruiting: Duzen in Stellenanzeigen nimmt zu

Foto: Magda Ehlers/pexels.com

Voraussichtliche Lesedauer: 2 Minuten

Vielleicht sind sie einigen schon begegnet: Geschäftliche Mails, in denen man bereits beim Erstkontakt geduzt wird und in deren Signatur Unternehmen XY darauf hinweist, bei externer wie interner Kommunikation ab sofort auf das Sie zu verzichten.

In jeder vierten Stellenanzeige wird geduzt

Lange Zeit galt das Siezen als konkurrenzlos, wenn es darum ging, Höflichkeit und Professionalität sprachlich an den Tag zu legen. Doch es scheint ein Wandel im Gang zu sein – auch in der Arbeitswelt und speziell im Recruiting. Duzen in Stellenanzeigen? Was früh noch als No-Go galt, verbreitet sich heute mehr und mehr. So zählt die Jobseite Indeed laut einer aktuellen Untersuchung doppelt so viele informelle Stellenanzeigen wie noch vor drei Jahren. So wurde in Deutschland 2018 bei 12,8 und 2021 bei 24,2 Prozent der Inserate geduzt.

„Der Umgang zwischen Berufstätigen und Arbeitgebern hat sich in den letzten Jahren stark verändert“, sagt Frank Hensgens, Geschäftsführer Indeed DACH. „Eine Ansprache per Du wurde in der Vergangenheit oft als unhöflich oder gar respektlos interpretiert. Heute ist das anders: Je nach Branche, Zielgruppe und Position, ist die informelle Ansprache ein Teil der Unternehmenskultur. Sie kann sogar dabei helfen, Barrieren abzubauen und das ‚Wir-Gefühl‘ stärken. Und das wiederum kommt vorwiegend bei jüngeren Arbeitnehmenden sehr gut an.“

Duzen in Stellenanzeigen vor allem mit Blick auf Berufseinsteiger*innen

Das betrifft jedoch nicht nur Schülerjobs. Wie die Analyse zeigt, werden alle Berufseinsteiger*innen in Stellenausschreibungen besonders häufig per Du angesprochen. Ausbildungsplatzsuchende werden hierbei in 64 Prozent der Stellen geduzt. Bei Anwärter*innen für Praktikumsplätze beträgt der per Du-Anteil 51 Prozent, bei Hochschulabsolventen 43 Prozent.

Zudem hat Indeed untersucht, welche Titel die Jobinserate tragen, in denen besonders häufig auf eine Ansprache per Du gesetzt wird. Die mitunter überraschenden Ergebnisse: Neben Stellenanzeigen, die sich vor allem an Schüler*innen und Verkäufer*innen im Einzelhandel richten, werden auch angehende Finanzberater*innen (99,4 Prozent) oder Berater*innen für Informations- und Datenstrategie (90,1 Prozent) in Stellenanzeigen nahezu ausschließlich geduzt.

Sich krampfhaft durch das legere Du ein jugendliches Image verpassen zu wollen, sieht Indeed-Geschäftsführer Hensgens allerdings kritisch: „Das Wichtigste ist, dass die Form der Ansprache auch zur Unternehmenskultur passt. Es macht keinen Sinn, Kandidaten zu duzen, wenn in einem Unternehmen das Sie der verbreitete Standard ist. Damit wecken Unternehmen nur falsche Erwartungen, die gegebenenfalls zu Enttäuschungen führen.”

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