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Bald wieder Präsenzlehre an Hochschulen? Bildungsministerin Anja Karliczek im Interview

Foto: Anja Karliczek, Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF/Laurence Chaperon

Voraussichtliche Lesedauer: 3 minutes

Derzeit läuft das dritte digitale Semester. Doch der Kampf gegen das Corona-Virus schreitet voran. Gibt es Hoffnung für mehr Normalität am Campus? Wir fragen nach bei Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Frau Ministerin, die wichtigste Frage zuerst: Wie wird das Wintersemester 2021/22 ablaufen?

Ich bin guten Mutes, dass dieses im Wesentlichen wieder als Präsenzsemester stattfindet. Dafür benötigen wir jedoch kluge Hygienekonzepte und Teststrategien, insbesondere für den Fall, dass sich das Infektionsgeschehen noch einmal verstärkt. Uns wird aber helfen, dass viele Studierende zum Beginn des Wintersemesters geimpft sein werden. Eine Impfpflicht wird es aber nicht geben.

Haben Sie einen Einblick, wie es den Studierenden gerade geht?

Die Corona-Pandemie stellt Hochschulen, Lehrende und Studierende vor große Herausforderungen. Das kommt auch in den vielen Zuschriften zum Ausdruck, die mich erreichen. Die Studierenden haben sich in einem wichtigen Abschnitt ihres Lebens auf neue Formen des Lernens eingestellt und mussten gleichzeitig auf das studentische Leben verzichten. Ich habe großen Respekt davor, was die Studierenden geleistet haben.

Nicht wenige Studierende fühlen sich jedoch auch nach rund einem Jahr Pandemie von der Politik etwas vergessen. Können Sie das verstehen?  

Die Situation ist für Studierenden sozial, aber auch oft finanziell nicht einfach. Viele haben ihre Nebenjobs verloren, zudem müssen auch viele Eltern mit finanziellen Einbußen klarkommen. Genau darauf haben wir als BMBF reagiert und die Studierenden von Anfang an unterstützt. Bereits im März 2020 haben wir klargestellt, dass BAföG-Geförderte keine Nachteile erleiden sollen, wenn zum Beispiel Lehrangebote nicht stattfinden können. Verdienen die Eltern pandemiebedingt weniger oder bricht der eigene Nebenjob weg, kann zudem ein Aktualisierungsantrag gestellt werden.

Was wurde und wird in finanzieller Hinsicht noch getan?

Zusätzlich haben wir die Überbrückungshilfe für Studierende geschaffen. Neben dem KfW-Studienkredit, den wir noch bis Ende 2021 für alle zinslos gestellt haben, ist dies ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 500 Euro monatlich für nachweislich besonders bedürftige Studierende. Bisher gab es Anträge von gut 176.000 Studierenden. Die Mehrheit davon wird positiv entschiedenen. Der Zuschuss kann noch bis Ende des Sommersemesters beantragt werden – seit Beginn des Jahres sehen wir aber einen Rückgang der Antragszahlen.

Glauben Sie, dass die Corona-Krise die Art des Studierens nachhaltig verändern wird?

Studium und Lehre haben in den vergangenen Monaten einen gewaltigen Digitalisierungsschub erfahren. Wenn die Hochschulen zur Präsenzlehre zurückkehren, gilt es, Altbewährtes mit neuen Ideen zu verbinden. Hybride oder Blended Learning-Formate sollten dauerhaft implementiert werden – dort, wo es didaktisch sinnvoll ist. Ich bin mir aber sicher, dass der unmittelbare Austausch in den Universitäten seine Bedeutung immer behalten wird, egal, auf welchen Ebenen.

Was würden Sie den Studierenden gern sagen?

Der Transformationsprozess, in dem wir gerade stecken, braucht mutige, kreative und gut ausgebildete Menschen. Helfen Sie uns, unser Land nach der Pandemie und natürlich auch darüber hinaus wettbewerbsfähig und liebenswert zu halten. Wir brauchen Sie!

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