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Wie Diversity-freundlich sind die Hochschulen?

Foto: Stavrialena Gontzou/unsplash.com

Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Die LGBTIQ+ News & Networking Community Proudr hat den ersten LGBTIQ+ Campus Index für Deutschland, Österreich und die Schweiz herausgebracht. Dieser macht sichtbar, wie LGBTIQ+ Diversity an Universitäten und Hochschulen und Akademien im DACH-Raum gelebt wird. Er ist Abiturient*innen und Studierenden eine Orientierungshilfe zu LGBTIQ+ inklusiven Campuskulturen und ermöglicht Hochschulen Einblicke in das Engagement für mehr Wertschätzung auf ihrem Campus und den Vergleich mit anderen Bildungseinrichtungen.

Rund zehn Prozent der Studierenden sind LGBTIQ+

Jedes Jahr schließen in Deutschland, Österreich und der Schweiz etwa 200.000 Abiturient*innen ihre Schullaufbahn ab und drängen zum Studium an Universitäten, Hochschulen und Akademien. Laut einer Studie von Dalia Research sind im DACH-Raum zwischen sieben und 10 Prozent von ihnen LGBTIQ+. Im Gegensatz zu den USA und UK gab es für sie bislang keinen Überblick darüber, wie inklusiv Hochschulen im Bereich sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität sind. Der neue Index ändert dies und bewertet die Hochschulen und Akademien nach ihrem Engagement für LGBTIQ+.

Grundlage für die Liste ist ein umfangreiches Audit, das sich aus 45 Fragen in fünf Kategorien zusammensetzt. Diese reichen von Diskriminierungsschutz, über Beratungsangebote hin zum Bekenntnis zu LGBTIQ+. Die Ankündigung des Index löste an den Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teils heftige Diskussionen und Reaktionen aus. Während viele Hochschulvertreter*innen die Initiative begrüßten, fühlten sich andere bedrängt und bevormundet und lehnten eine Teilnahme mit Nachdruck ab.

Rund ein Viertel der Hochschulen sind besonders Diversity-freundlich

Insgesamt haben 14 der 62 teilnehmenden Hochschulen mehr als 60 Prozent der Punkte des Audits erhalten und zeigen, dass sie in besonderem Maße LGBTIQ+ inklusive und wertschätzende Campuskulturen fördern. Angeführt wird der Proudr LGBTIQ+ Campus Index von der Universität zu Köln, gefolgt von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der CBS International Business School. Diese erzielten über 80 Prozent der Audit-Punkte. Große Einrichtungen mit mehr als 1.500 Studierenden erreichten durchschnittlich mehr Punkte (49,3 Prozent der Gesamtpunktzahl) als kleinere Universitäten, Hochschulen und Akademien mit weniger Studierenden (im Schnitt 37,7 Prozent der Gesamtpunktzahl).

Prof. Dr. Christian Tietje, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, erklärt zu den Beweggründen der Teilnahme am Proudr LGBTIQ+ Campus Index, dass diese für die Universität eine sehr gute Gelegenheit gewesen sei, ihr bisheriges Engagement zu zeigen und zudem herauszufinden, wo sie noch besser werden könne. Alle Hochschulen haben sich mit ihrer Teilnahme zu ihren LGBTIQ+ Studierenden bekannt und zeigen, dass sie es ihnen durch wertschätzende Lernsituationen möglich machen wollen, ihr Potential umfänglich zu entfalten.

Zum Proudr LGBTIQ+ Campus Index wurden insgesamt 561 Hochschulen im DACH-Raum eingeladen. Rund elf Prozent nahmen letztendlich das Angebot an und antworteten in Form einer Selbstauskunft. Viele Hochschulen und für Diversity zuständige Personen konnten wegen mangelnder Ressourcen eine Teilnahme nicht abbilden. Ein erschreckendes Indiz dafür, dass das Thema (LGBTIQ+) Diversity an Hochschulen häufig nicht mit einem geeigneten Budget oder genügend personellen Stellen versehen wird.

Teilnahme zeigt Engagement und Verantwortung

Initiator des Proudr LGBTIQ+ Campus Index ist die UHLALA Group; unterstützt wurde das Projekt vom Recruiting-Dienstleister HeyJobs. Stuart Cameron, UHLALA Group-Gründer, freut sich über die Premiere: „Egal, ob die Bildungseinrichtungen 80 oder zehn Prozent der Audit-Punkte erreicht haben: Sie alle haben mit ihrer Teilnahme bewiesen, dass sie sich im Bereich LGBTIQ+ messen und verbessern wollen. Sie haben deutlich gemacht, dass sie sich für ihre LGBTIQ+ Studierenden einsetzen wollen und zeigen damit Verantwortung. Studierende sind im Schnitt acht Semester an ihrer Hochschule. Diese haben daher maßgeblich Einfluss auf die Studierenden, deren Entwicklung und ihren zukünftigen Werdegang.“

Die Ergebnisse des Index werden auf der digitalen STICKS & STONES, Europas größter LGBTIQ+ Job- und Karrieremesse, am 19. Juni 2021 online vorgestellt. Im Nachgang zum Index findet am 22. Oktober 2021 außerdem der erste STICKS & STONES Student Summit statt. Dabei wird das Thema LGBTIQ+ an Hochschulen bei Talks und Panels im Vordergrund stehen und den teilnehmenden Studierenden und studentischen Referaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Möglichkeit zum Netzwerken und Austausch bieten. Der LGBTIQ+ Campus Index erscheint im kommenden Jahr am 1. Juni 2022 erneut.

Über die UHLALA Group

Die UHLALA Group ist das führende LGBTIQ+ Social Business in Deutschland und darüber hinaus. Seit 2009 setzt sie sich mit ihren Marken und Projekten, wie etwa der Proudr LGBTIQ+ Campus Index, der LGBTIQ+ Job- und Karrieremesse STICKS & STONES, dem LGBTIQ+ Employer Excellence Programm „We Stay PRIDE“ oder ihren LGBTIQ+ Communities UNICORNS IN TECH, RAHM und ALICE für LGBTIQ+ Menschen im Berufsleben und im Studium ein. Sie engagiert sich für die Vernetzung, Weiterbildung und Förderung von LGBTIQ+ Menschen. Als LGBTIQ+ Diversity Expert*innen arbeitet die UHLALA Group außerdem mit Unternehmen und Organisationen bei einem nachhaltigen und inklusiven LGBTIQ+ Diversity Management zusammen – beispielsweise durch Events, Netzwerke und Consulting.

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